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Das letzte Mal gehe ich an meinen Lieblingsorten in München entlang, drehe die letzte Runde im Wald auf meinen Lieblingspfaden, verabschiede mich von Ärzten, Verkäufern, Nachbarn und Sportfreunden. Jedes Mal zieht es ein wenig in meiner Bauchregion, mit dem Wissen, dass es unvorhersehbar ist, ob ich sie in der Zukunft wiedersehen werde. Fragen wie „Hast du Pläne für danach? Kommst du zurück nach Deutschland? Nach München?“ beantworte ich zum x-ten Mal mit „Ich weiß es nicht. Könnte im Ausland arbeiten. Vielleicht geht es nach Norddeutschland, endlich am Meer wohnen. Vielleicht mach ich was ganz anderes.“

Oft wache ich mit gemischten Gefühlen auf. Vorfreude. Angst. Abenteuerlust. Mut. Unwohlsein. Ich verlasse bald meine Komfortzone, wache in einem andren Bett auf, probiere fremde Gerichte, lebe aus meinem Backpack, habe ganz wenig Kleidung und persönliche Dinge mit mir, bin solo unterwegs, ohne wöchentliche Treffen mit Freundinnen, ohne Umarmungen, wenn es mal schwierig wird. Ohne mein gewohntes Umfeld.

Du fragst dich sicher, warum ich die Weltreise dann überhaupt starte, wieso ich alle Sicherheit aufgebe, Job, Wohnung.

Ich bin der Überzeugung, dass nur Veränderungen uns im Leben und bei der Persönlichkeitsentwicklung weiterbringen, dass Reisen bildet und einen stärker, flexibler und reicher machen. Dass es wichtig für mich ist, diesen Versuch anzugehen, um meine Vergangenheit, mich und das Leben facettenreicher begreifen zu können. Ich habe das Privileg, meinen Beruf als Lehrerin jederzeit ausüben zu können, das könnte man als „Sicherheitsnetz“ bezeichnen. Außerdem möchte ich herausfinden, wieviel mein Körper und mentale Gesundheit aushalten können. Welches Potenzial noch in mir steckt, welche Möglichkeiten sich auftun mögen. Wenn alles im „flow“ ist!

Trotzdem fällt mir der Abschied schwer. Ich hoffe, er lohnt sich!