Quer durch die Türkei
Los geht´s, einmal quer durch die Türkei. Aufstieg auf das Motorrad war in Thessaloniki im August 2019 am Flughafen. Danach ging es mit einem Zwischenstopp nach Kilitbahir, ein süßer Ort an der Meerenge Dardanellen. In einem Hotel eines ehemaligen Kapitäns wurde ein grandioses und üppiges Frühstück serviert.

Am nächsten Tag setzten wir mit der Fähre nach Canakkale über, wo der Legende nach die trojanische Schlacht stattgefunden haben soll. Das trojanische Pferd, das 2004 als Filmrequisite diente, steht noch dort. Ein weiterer Stopp war am Ulubuat Gölu, einem See im Vogelschutzgebiet.
Ein Highlight der besonderen Art war der Salzsee Tuz Gölü, der zweitgrößte Salzsee der Türkei, der mit 32,9 % einer der salzhaltigsten Seen der Welt ist. Aber an dem Tag, was soll ich sagen, schau selber…


Kapadokien, bekannt von Fotos, auf denen hunderte Heißluftballons über diese einmalige Tufflandschaft fliegen. Ehemals haben dort in der Bronzezeit Menschen in Höhlen gelebt, deren Innentemperatur konstant bei 15° C lag. Später suchten Christen dort Zuflucht. Man sieht immer noch die Essens-, Schlaf- und Wohnbereiche. Der höchste Berggipfel steht in Uchisar. Das Rosental, das man auf dem Weg nach Göreme, das Tal der Liebe, durchwandern kann, ist vor allem in den Abendstunden wunderschön. Im Pilztal kann man witzige Formationen bestaunen.





Ein geschichtlicher Höhepunkt ist das berühmte Grabmal Antiochus I (62- 32 v.Chr.). Es liegt auf dem Gipfel des 2.100 m hohen Nemrut Dagi. Durch Erdbeben wurden die Schichten, aus denen die Denkmäler aufgebaut waren, verschoben, womit der Verfall begann. Die mannshohen Köpfe stürzten dabei herab, und blicken nun, über das Gelände verstreut, aus dem Gebirge in die Ebenen Mesopotamiens.


Auf dem Weg zum Vansee, von wo ich paar Tage später wieder nach Hause flog, durchquerten wir Kurdistan. An der syrisch- irakischen Grenze erhaschten wir unterwegs einen Blick auf die Ölfelder dort. Große Baumwollfelder lagen vor uns und wir begegneten in einem Tal bei Sirnak außergewöhnlich freundlichen Menschen, die uns mit Obst und Wasser beschenkten. Neugierige Geschwister der Sinti und Roma beobachteten wir bei ihrem Alltag an einem Fluss.




Auf dieser Reise legten wir Tagesstrecken von teils 400 km zurück, ewig lange Straßen, kurvige Bergstrecken und verwinkelte Routen. Sehr anstrengend als Sozia. Daher war ich froh, am Flughafen in Van ins Flugzeug steigen zu können. Angefüllt mit wunderbaren Erinnerungen und einem schmerzenden Hintern 😉. Im Vansee kann man übrigens aufgrund seines alkalischen Wertes von 9,8 nicht baden. Er ist der größte Sodasee der Welt, indem nur eine endemische Karpfenart lebt.



